Nachhaltigkeit

Wir schreiben das Jahr 2019 und die Europawahl ist gerade vorbei. FridaysForFuture wächst und die sogenannte “Klimadebatte” bestimmt die Schlagzeilen. Wo wollen wir hin in unserem Leben. Als Individuen genau wie als Gesellschaft, als Menschheit.

Ich bin aufgewachsen in einer Welt, in der es normal war, dass man ein Auto fährt, dass man in den Urlaub fliegt und billige Waren rund um die Welt geflogen werden. “Wohlstand” wird das genannt. Doch immer mehr wird deutlich, dass dieser Wohlstand, in dem wir leben, eine Farce ist. Eine vergleichsweise kleine Gruppe an Menschen beutet einen Großteil sogenannter Entwicklungsländer aus, um diesen Status des andauernden Wohlstandes zu verteidigen.

2010 habe ich angefangen über Ungerechtigkeiten nachzudenken. Ich war 20 und habe beschlossen, mich fortan vegan zu ernähren. Ein erster Schritt in Richtung Verringerung des persönlichen C02 Abdrucks, ein erster Schritt in Richtung “ich unterstütze dieses System nicht weiter”.

Nach und nach habe ich hinterfragt, wie ich selbst einen Beitrag für eine bessere Welt leisten kann. Ist es vereinbar, die Gesellschaft zu kritisieren und zu jedem Termin mit dem Auto zu fahren? Abends auf der Couch sitzen und Amazon Prime schauen aber beim Anblick eines Paketboten verächtlich schnauben, weil man weiß, dass man ja lokal kaufen sollte, statt im Internet zu bestellen. Die Fragen wurden mehr und mit der Zeit bin ich zu einem Entschluss gekommen.

(fast) Nur noch ÖPNV

Nachdem ich in meinem Privatleben viele Dinge umgestellt habe, sollte nun auch meine Unternehmung möglichst klimafreundlich unterwegs sein. Angefangen habe ich beim grünen Handyanbieter, doch kam ich nicht drum herum über das Auto nachzudenken. Meine Philosophie ist es, Menschen in ihrem Alltag zu begleiten, und dafür bin ich zwingend auf Mobilität angewiesen. Doch nicht nur der riesige (vermeidbare) Fußabdruck nervt mich zunehmend, auch das ständige im Stadtverkehr festhängen, im Stau stehen und ungeduldige Warten im Auto kratzen zusätzlich an meinen Nerven. Von nun an werde ich zu jedem Termin, der an den ÖPNV angeschlossen ist, mit dem ÖPNV fahren.

Sicher werde ich somit ein paar Termine weniger anbieten können, da ich nicht in der selben Geschwindigkeit von Dortmund nach Köln komme. In die ländliche Gegend des Münster- oder Sauerlandes nicht so schnell mit dem Bus komme, wie mit dem eigenen PKW. Doch wir alle müssen bei uns selbst anfangen und schauen, was wir verändern können, was wir verändern müssen, um unseren Planeten zu erhalten.

Niemand erwartet, dass wir wieder in der Steinzeit leben, ungeheizte Höhlen bewohnen und kein Netflix mehr gucken dürfen. Doch wir sollten uns die Zeit nehmen, langsamer zu werden, möglichst klimaneutral durch diese Welt zu reisen und zu verzichten. Für unseren Planeten, für unsere Kinder und nicht zuletzt: Für uns selbst.

Alexander Schillack spendet 1 % seines Umsatzes jeden Monat an eine Organisation und/oder ein Projekt, welches die Artenvielfalt unterstützt und Klimaschutz betreibt.