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Was tun bei Hitze? Tipps und Tricks

Lisa macht gerade ein Praktikum bei uns. Für euch hat sie Tipps und Tricks, aber auch einfache Fehler im Umgang mit Hitze beim Hund aufgeschrieben.

Was meint ihr? Kennt ihr noch mehr Tipps und Tricks? Was macht ihr mit euren Vierbeinern an so richtig heißen Tagen?

Hundeschule Recklinghausen

Nicht nur wir haben es bei warmem Wetter nicht immer leicht, sondern auch unseren Vierbeinern kann die Hitze zu schaffen machen.

Um einen entspannten Sommer zu garantieren, gibt es ein paar Tricks, wie wir unseren Hunden das Wetter erleichtern können.

Die Sommerschur

Viele Hundebesitzer setzen auf die Sommerschur. Doch auch hier scheiden sich die Geister.Scheren oder nicht scheren, das ist hier die Frage.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jeder Besitzer seinen Hund am besten kennt und daher am besten entscheiden kann, was seinem Liebling gut tut und was nicht.

Hund bei Hitze in Recklinghausen

Dennoch ist darauf zu achten, dass das Fell einen natürlichen Schutz gegen Sonne, Wind und Regen darstellt. Auch kann durch die Schur die natürliche Struktur des Felles zerstört werden. Viele Rassen benötigen keine Schur, um sich auch bei warmem Wetter wohl zu fühlen.

Jedoch gibt es Ausnahmen, denen ein getrimmtes Fell bei der Hitze angenehmer ist. Dazu zählen beispielsweise Hunde, die sogenannte ‚Kastratenwolle‘ haben. Bei diesen Hunden ist die Unterwolle durch die fehlenden Hormone wieder sehr weich und flauschig, nahezu wie Watte geworden. Eine Art ‚Welpenfell‘.

Um festzustellen, ob ein trimmen im Sommer sinnvoll ist, kann bestimmt der Tierarzt des Vertrauens weiter helfen.

Kühldecken und –westen

Diese Idee klingt erst einmal sehr gut. Jedoch ist darauf zu achten, dass der Hund sich nicht erkältet oder gar eine Blasenentzündung davon trägt. Auch ein nasses Tuch auf dem Rücken birgt mehr Gefahr, als es Erleichterung schafft.

Durch die Verdunstung entwickelt sich Dampf unter dem Handtuch, der jedoch nicht durch den Stoff hindurch kommt und sich somit staut und erhitzt. Das heißt, anstelle von Kühlung, wird es unter dem Handtuch immer wärmer und der Hund kann einen Hitzeschlag bekommen.

Kühlung durch Duschen

Sinnvoll ist es, den Hund mit lauwarmem Wasser abzuduschen. Man sollte langsam mit den Beinen, also weit vom Herzen entfernt, anfangen und sich langsam nach oben arbeiten. Durch die Verdunstung beim Trocknen entzieht das Wasser dem Körper Wärme und der Hund kann abkühlen.

Dazu ist auf die Wassertemperatur zu achten. Zu kaltes Wasser kann einen Schock und einen Kreislaufzusammenbruch verursachen.

Hundeeis

Nicht nur für uns Menschen ist ein Eis eine tolle Abwechslung, sondern auch Hunde mögen es wirklich gern. Ein bisschen Joghurt mit Leberwurst in den Mixer, ab in den Eisschrank und fertig ist die Leckerei. Rezepte gibt es einige. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Eis in Maßen und langsam verzehrt wird, sonst kann es zu Magen-Darm-Problemen kommen. Gut eigenen sich größere Becher, in denen das Eis angeboten wird. So muss der Hund es langsam lecken und kann es nicht einfach hinunter schlingen.

Mittagssonne meiden

Zum Spazieren gehen eigenen sich am besten die noch kühlen Morgenstunden, oder der abkühlende Sonnenuntergang. Zur Mittagshitze darf ruhig Siesta gehalten werden. Auch den Sport sollte man ausfallen lassen, oder in die kühleren Stunden des Tages verlegen. Niemand geht doch wirklich gern bei 30 Grad im Schatten joggen, oder?!

Kleine Kopf- und Nasenspiele, bei denen gar nicht mal so viel Bewegung nötig ist, können einen Vierbeiner auch mal eine Zeit lang beschäftigen, wenn es Mittags zu warm für eine große Runde wird.

Muss er wirklich mit?

Der Einkauf will auch im Sommer erledigt werden. Aber muss der Hund wirklich mit? Zuhause lässt es sich viel besser aushalten, zumal das Auto ab 20 Grad zu einem Backofen werden kann. Bitte bei diesen Temperaturen kein Lebewesen im Auto zurück lassen! Schon in wenigen Minuten kann es im Innenraum des Wagens saunaähnlich werden. Hunde sind nicht in der Lage zu schwitzen. Das Eiweiß im Blut beginnt zu stocken und der Hund stirbt.

Der Notfall – Die Anzeichen

Sollte es doch einmal so weit kommen, dass alle Stricke reißen und es dem Hund überhaupt nicht gut geht, ist es wichtig, die richtige Erste Hilfe zu leisten. Dazu sollte man in erster Linie einige Fakten kennen.

Die durchschnittliche Körpertemperatur eines erwachsenen Hundes liegt bei 37,5 (Ruhezustand) bis 39 Grad (beispielsweise nach dem Sport). Die eines Welpen bei bis zu 39,5 Grad.

Bei älteren Hunden liegt die Körpertemperatur eher im unteren, bei jüngeren Hunden eher im oberen Bereich. Gemessen wird mit einem Thermometer im After. Der durchschnittliche Puls eines erwachsenen, kleinen Hundes liegt bei 100-120 Herzschlägen in der Minute.

Der eines erwachsenen, größeren Hundes bei 80-100 Herzschlägen in der Minute. bei älteren Hunden orientiert der Puls sich eher nach unten, bei Stress kann der Puls erhöht sein.

Gemessen wird der Puls mit Mittel- und Zeigefinger an der Oberschenkelschlagader, welche am Innenschenkel des Hinterbeines liegt. 15 Sekunden die Pulsschläge zählen und diese mit vier multiplizieren. Sollte man den Eindruck haben, dass es dem Hund nicht gut geht, gibt es Folgende Anzeichen für einen schlechten Vitalzustand:

  • Übermäßig starkes Hecheln oder sehr schnelle, flache Atmung.
  • Erhöhter Pulsschlag, so wie erhöhte Körpertemperatur.
  • Stark gerötete Zunge oder schlecht durchblutete, blasse Schleimhäute (lassen sich am Zahnfleisch mit einem Druck-Test gut überprüfen).
  • Glasige oder eingefallene Augen.
  • Erbrechen, Erschöpfung, Krämpfe, Torkeln, fehlende Ansprechbarkeit.

Sollte der Hund tatsächlich überhitzt sein, ist schnelles und richtiges Handeln wichtig. Ab einer Körpertemperatur von 41 Grad gerät der Hund in Lebensgefahr oder kann bleibende Schäden davon tragen.

Der Notfall – Erste Hilfe

  • Der überhitzte Hund sollte schnellstens an einen kühlen Ort gebracht werden.
  • Hund auf ein nasses Handtuch legen.
  • Trinkwasser anbieten, aber nicht aufzwingen oder einflößen.

Getrunken werden sollte in kleinen Mengen. Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben.

  • Hund abkühlen.

An den Pfoten anfangen und diese mit Wasser, welches Zimmertemperatur hat, befeuchten.

Ganz langsam, Stück für Stück die Beine hoch arbeiten.

Kühle Umschläge, beispielsweise ein nasser Lappen auf der Stirn und dem Hals, können helfen. Dieser muss alle paar Minuten gewechselt werden, damit es nicht zu einem Hitzestau kommt.

  • Kein kaltes Wasser über den Hund gießen!

Benutzt werden sollte immer Wasser, welches Zimmertemperatur hat, da es sonst zu einem Schock kommen kann, der den Zustand akut verschlechtert.

  • Tierarzt informieren.

Dieser sollte gegebenenfalls auch hinzu gezogen werden.

Zur Sicherheit

Wer sich noch unsicher ist, oder einfach für den Notfall eine gewisse Routine haben möchte, kann einen Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter besuchen.

In diesem lernt man, unter anderem auch am lebenden Objekt, in welcher Situation wie zu handeln ist.

Diese Kurse werden unter anderem von Tierärzten, Hundeschulen und Tierheilpraktikern angeboten.

In diesem Sinne wünscht das Team des ‚Hundezentrum Care‘ allen Zwei- und Vierbeinern einen großartigen und unfallfreien Sommer.

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