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Angst vor Giftködern! Was kann ich tun?

Seit es soziale Netzwerke gibt wird täglich über neue Stellen berichtet, an denen vergiftete Leckereien ausgelegt sind, um unsere Hunde zu vergiften. Ich persönlich gehe viel an verschiedenen Orten spazieren, habe allerdings noch nie einen Köder gesehen. Ich habe schon gelesen, von Menschen, die mit Absicht Giftköderwarnungen herausgeben, damit Hundebesitzer genau diese Orte meiden.

Die Angst vor einer Vergiftung des Hundes ist bei vielen Menschen sehr groß. Der Ruf nach Vergeltung kommt schnell, ist erstmal ein Stück Fleischwurst mit Nägeln auf Facebook, Twitter und Co. gepostet worden.

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Auch wenn ich persönlich glaube, dass es immer noch viele Falschmeldungen gibt, sollte man sich fragen, was man gegen potentiell tödliche Köder machen kann. Wie kann ich meinen Hund schützen, wie kann ich mich auf eine Vergiftung vorbereiten, bzw. was ist zu tun, wenn der Hund vergiftet wurde?

Das kann ich tun:

Als erstes kann ich natürlich Orte meiden, in denen Köderwarnungen ausgegeben wurden. Die Sicherheit, dass anderswo dann keine Köder liegen, habe ich natürlich nicht. Dennoch sollte ich derartige Orte meiden, habe ich eine “Fressmaschine”, die alles binnen Sekundenbruchteilen herunterwürgt.

Ein Maulkorb ist eine sichere Möglichkeit, sich gegen eine Vergiftung des Hundes abzusichern. Der Maulkorb sollte dabei nicht zu grobmaschig sein, denn dann kann der Hund weiterhin kleinere Dinge mit der Zunge/dem Mund aufnehmen. Ich persönlich halte den Maulkorb nur für eine Zwischenlösung. Er schränkt mit engen Maschen einfach zu sehr ein, als dass ich dem Hund das dauerhaft antun möchte. Mein Hund läuft auch häufig mit Maulkorb, allerdings ein sehr grobmaschiger, mit dem er Gras fressen, trinken, gähnen, und wunderbar hecheln kann. Hier liegen kaum Einschränkungen vor, sodass der Maulkorb sich bestens eignet, hat man einen Hund, der ab und zu nicht 100% berechenbar ist. Zur Vermeidung der Aufnahme von Giftködern eignet er sich aus genannten Gründen nicht.

Dieser Maulkorb eignet sich nicht zur Verhinderung der Aufnahme von Giftködern
Dieser Maulkorb eignet sich nicht zur Verhinderung der Aufnahme von Giftködern

Was ich empfehlen kann, ist ein Giftköder – Training. Man kann seinem Hund beibringen, dass er nichts vom Boden aufnehmen darf, sondern das gefundene Essen anzeigt, oder es ignoriert. Ich persönlich halte das Anzeigen von Essen meist für die Bessere Wahl. Der Hund lernt also, etwaiges gefundenes Essbares draußen anzuzeigen. Ich kann mir in Ruhe anschauen, was es ist, und entscheide dann, ob der Hund es essen darf oder nicht. Für mich wäre hier wichtig, bei der Übung, und ab und zu auch auf dem Spaziergang, den Hund hier zum Erfolg kommen zu lassen. Ansonsten wird er evtl. die Motivation zum Anzeigen verlieren und heimlich etwas essen, weil er weiß, ansonsten bekommt er eh nichts.

Natürlich muss unser Vierbeiner aber auch akzeptieren, dass ich ihm das Essen verbiete. Eine gut ausgeprägte Frustrationstoleranz sowie gute Leckerchen können hier helfen, den Hund davon zu überzeugen.

Was bei all dem stimmen muss, ist die grundsätzliche Beziehung zwischen Mensch und Hund. Wie bei allen anderen Trainingssituationen auch, gilt hier: Der Hund muss wissen und akzeptieren, dass der Mensch Grenzen setzen und Regeln und Tabus einführen darf. Verbiete ich dem Hund etwas, während er denkt, dass er doch der große Herrscher und Führer in der Familie ist, wird er dieses Verbot vermutlich nicht akzeptieren. Hat der Hund dazu noch gelernt, durch Hartnäckigkeit oder Manipulation seinen Willen durchzusetzen, muss ich erst Beziehungsarbeit leisten, um diese wieder gerade zur rücken.

Kurze Zusammenfassung:

  • Orte mit Giftködermeldung meiden
  • Maulkorb als Zwischenlösung kann helfen
  • professionelles Anti-Giftködertraining besuchen

 

Was sollte ich tun, wenn mein Hund etwas gefressen hat, und es ihm plötzlich schlecht geht?

Auf jeden Fall sofort den tierärztlichen Notarzt anrufen und Fragen, wie weiter vorgegangen werden soll. Dem Hund sollte auf jeden Fall genug frisches Wasser zur Verfügung gestellt werden und sollte der Hund nach “Gras Fressen” Verlangen haben, so sollte man ihn gewähren lassen.

Anzeichen für eine Vergiftung sind allerdings sehr vielfältig und oft nicht so schnell einer Vergiftung zuzuschreiben. Typische Anzeichen können:

  • Lähmungserscheinungen
  • Kreislaufzusammenbruch
  • Temperaturverlust
  • Starkes Hecheln
  • Krämpfe
  • punktartige Einblutungen auf den Schleimhäuten

sein. Für Diese können, müssen aber nicht zwangsläufig, Vergiftungen ursächlich sein. Im Zweifel immer den Tierarzt aufsuchen.

Sichern Sie evtl. Reste vom Gift, Erbrochenem, damit der Tierarzt evtl. ein Gegengift verabreichen kann. Sollte der Hund bewusstlos werden, sichern Sie die Freiheit der Atemwege.

Ich wünsche Ihnen jedoch, dass Sie niemals in diese schreckliche Lage kommen. Passen Sie gut auf Ihre Vierbeiner auf.

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