Allgemein

Dem Hund Sicherheit geben

Wie kann ich meinem Hund Sicherheit geben?

Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer häufig. Egal ob der Hund offensichtlich Angst zeigt oder ob er seine Unsicherheit in Form von aufbrausendem Verhalten an der Lein zeigt. Wer einen unsicheren Hund führt, kann einige Dinge beachten.

Dem Hund Sicherheit geben

Führung ist das Zauberwort

Hunde wollen geführt werden. Kaum ein Hund ist dazu geboren, eine Gruppe anzuführen. Da reicht es, sich einmal die Stresshormone der Tiere anzuschauen. Bei Wölfen z.B. haben die Alpha Tiere einen ständig (11 von 12 Monaten im Jahr) höheren Stresshormonpegel als die anderen Gruppenmitglieder. Dies ist auch relativ leicht erklärbar. Während die anderen sich in der Gruppe geschützt und behütet finden, muss das Alphatier aufmerksamer sein als die anderen. Trotz einem Mehr an Stress strahlt dieses Tier dennoch eine unheimliche Souveränität aus, welches es zu einem kompetenten Leader macht.

Hunde richtig zu führen ist gar nicht so einfach. Es gibt ein paar Kniffe, die uns dabei helfen, aber letztendlich kommt es dazu auch noch auf unsere Ausstrahlung an.

Grenzen schaffen Freiheit

Ein wichtiges Instrument bei der Führung von Hunden ist das Aufstellen von Regeln. Doch das bloße einführen von Regeln schafft nur Sicherheit beim Hund, wenn wir Menschen auch konsequent auf die Einhaltung dieser Regeln achten. Dabei ist es mir wichtig, dass hier darauf hingewiesen wird:

Nur wenn ich eine Regel auch konsequent, das heißt möglichst immer, durchsetze, macht sie Sinn. Regeln die nur sporadisch oder willkürlich durchgesetzt werden, verunsichern die Hunde nur, wären in unserer Situation also kontraproduktiv.

Dabei kommt es auch gar nicht darauf an, dass ich zig Regeln aufstelle und nach dem Motto “je mehr Regeln, desto mehr Sicherheit beim Hund” verfahre. So ist es nicht. Viel mehr Stelle ich wenige Regeln auf und konzentriere mich auf eine konsequente Umsetzung. Das schafft Sicherheit beim Hund.

Meine Regeln

Ich habe einige Regeln, die ich gerne einführe, damit der Hund mich als Führungsperson erkennt und akzeptiert.

Der Hund geht ohne Leine ab und zu nur hinter mir

Der Hund soll nicht hinter mir gehen, weil nur derjenige der vorne ist, ein wahrer Leader ist. das entspricht nicht der Wahrheit. Vielmehr ist es eine Regel, die ich ganz einfach und ohne große Mühe konsequent durchziehen kann, was dem Hund zeigt: “Hey, der achtet aber konsequent darauf, dass ich das nicht mache”. Dabei ist es nicht wichtig, dass der Hund hinter mir läuft, genauso gut könnte ich auch die Regel einführen, der Hund läuft immer vor mir. Wie gesagt: Wer vorne läuft hat mit Führung erstmal nicht viel zu tun. Hier ist es die Konsequenz mit welcher ich eine Regel durchsetze, die dem Hund Sicherheit vermittelt.

Der Hund zieht nicht an der Leine

Leinenführigkeit ist für mich mit das wichtigste Trainingsziel beim Hund. Ich kann dem Hund keine Sicherheit vermitteln, wenn er ständig hin und her zieht und selbst entscheidet wo wir lang laufen, häufig gegen meinen Willen. Zieht der Hund permanent an der Leine, nervt es uns Menschen nur, wir resignieren irgendwann oder werden wütend. All das sind Zeichen für unseren Hund, dass wir die Inkompetenz in Person sind, unsere Gruppe anzuführen. Der Hund will dann gar nicht selber führen, findet sich aber in der Situation wieder “besser ich als Herrchen/Frauchen, irgendeiner muss es ja machen”

Hund Sicherheit geben

Für mich gilt bezüglich der Leinenführigkeit, dass es keinen Befehl gibt. Leinenführigkeit sollte etwas alltägliches sein und ein Befehl kennzeichnet eigentlich immer eine besondere Situation. Läuft der Hund nur mit lockerer, durchhängender Leine und achtet darauf, wo wir hinlaufen, haben wir schon viel erreicht.

Diese beiden Regeln sind die einzigen Regeln, die ich bei meinen Hunden aufstelle. Zwei Regeln kann ich problemlos und relativ entspannt durchziehen und die Hunde folgen mir freiwillig. Ich bin dabei selbstbewusst und authentisch. Das ist wichtig. Denn haben wir einen unsicheren Hund wird er die ein oder andere Situation als gefährlich bewerten. Handeln wir dann unsicher, wird der Hund unsere Unsicherheit in etwa so deuten, dass die Situation wirklich gefährlich ist, weil Herrchen/Frauchen ja auch unsicher sind, und unsere Führungskompetenz in Frage stellen.

Sicherheit durch Ruhe, nicht durch Gewalt

Hunde Sicherheit zu geben und zu führen bedeutet nicht, sie körperlich in ihre Schranken zu verweisen. Ruhe, Konsequenz und Aufmerksamkeit lassen uns für den Hund zu jemandem werden, dem er gerne folgt. Werden wir laut, aggressiv oder hysterisch, wird der Hund nur weiter verunsichert.

Traumata schwer zu überwinden

Ist es für viele Hunde genug, wenn sie vernünftige Anleitung und Führung bekommen, gibt es natürlich auch Hunde, die schwere Traumata oder Ängste haben, welche sich auch durch Führung nicht managen lassen. Dabei gibt es die verschiedensten Ängste, von Silvesterangst bis zu Fobien vor fremden Menschen. Hier hilft nur eine langfristige Resozialisierung des Hundes, die ein professioneller Hundetrainer mit Ihnen entwirft. Nahrungsergänzungsmittel können den Trainingserfolg schneller herbeiführen, sollten aber nur in Absprache mit dem Hundetrainer oder eines kompetenten Tierarztes verabreicht werden.

Eine generelle Stärkung des Selbstbewusstseins des Hundes empfiehlt sich bei Hunden, die sich durch Allerlei schnell erschrocken und hochgradig verunsichert zeigen. Z.B. durch Arbeiten mit dem Hund kann man spielerisch das Selbstbewusstsein des Hundes stärken. Welche Arbeit wie intensiv gemacht werden sollte, muss individuell entschieden werden.

Haben Sie einen unsicheren oder ängstlichen Hund? Schaffen Sie es nicht, ihm seine Angst zu nehmen? Greift ihr Hund andere Hunde oder Menschen an? Auch das ist häufig ein Resultat der Verzweiflung und Angst. Das Hundezentrum Care – Ihre Hundeschule in Gelsenkirchen, hilft Ihnen gerne weiter und erarbeitet einen individuell auf Sie und ihren Hund abgestimmten Trainingsplan, um Ihr Zusammensein mit ihrem Vierbeiner wieder entspannter zu gestalten Für gutes Training ist es nie zu spät.

9 Gedanken zu „Dem Hund Sicherheit geben

  1. Schade das das Hundezentrum Care in Gelsenkirchen ist.Auch ich habe solch einen Hund und bräuchte auch einen abgestimmten Trainingsplan . Leider ist Gelsenkirchen für uns zu Weit.

  2. Schöner Artikel. Meine Nika ist 9 Monate und mit 4Monaten aus einer Auffangstation zu mir gekommen.Sie hat viel gelernt und hört sehr gut. Sie geht ohne Leine vor mir,hällt den Kontakt zu mir und kommt nach 2-3 Metern wieder an meine Seite. Was leider immer noch nicht gut läuft ist das bellen wenn sie andere Hunde sieht. Sie wedelt dabei mit dem Schwanz und ist sie beim Hund angekommen will sie spiele.

  3. Hallo, vor 2,5 Jahren habe ich einen Herdenschutz Mix aus dem Tierschutz übernommen. Er geht super an der Leine, nur wenn er einen anderen Hund sieht, ist er fast nicht mehr zu halten. Laufe ich mit anderen Hunden in der Gruppe, gibt es keine Probleme. Seine Reaktion hat bei mir zu einer massiven Unsicherheit geführt. Ich gehe auch immer auf große Distanz, damit er “hoffentlich” ruhig bleibt. Auch lenke ich ihn mit Leckerchen ab. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht.Auch sein Jagdtrieb ist enorm hoch.Da das Problem bei ihm komplexer ist, wäre es gut, wenn sich mal jemand bei mir melden würde.

  4. Auch ich habe einen unsicheren Hund, was leider wahrscheinlich mir zu verdanken ist, da ich auch sehr unsicher bin! Schlechte Mischung! Schade, dass Gelsenkirchen zu weit ist! Könnte echt Hilfe brauchen. Am meisten tut mir mein Hund leid, dass er ein unfähige Frauchen hat!

  5. hallo, an alle hier.ich habe einen 12 jahre alten Fox Terrier,und tara so heisst sie,hat paar maken,aber EINE ist echt sehr ungewoehnlich und auch nicht in kleinen Besserungen,wie loben,futter etc zu bewaeltigen.also tara erkennt im tv jedes Tier,jedes,auch gezeichnete,comic,und sie hoert z.b.die Pferde,unter der decke ,schlafend ist sie sofort hellwach und bellt immer iund seit jahren,nachts muss ich sofort Sender wechseln od tv ab schalten.ich kann keinen einzigen Tierfilm,auch spinnen oder Insekten,die mein Hund noch NIE gesehen hat schauen.sie kann jedes Tier erkennen.wie bringe ich ihr bei nicht zu bellen?warum begreift sie das nicht,wenn es immer wieder die gleiche Werbung ist?sie ist doch sonst auch ueber inteligent und sehr schlau.habe mal gelesen,dass ich tv leiser machen soll,hund in der Wohnung an die leine nehmen wenn sie bellt,dann umherlaufen,irgendwie dann Leckerli geben ,oder so aehnlich.wer kann uns helfen?vielen dank babs und tara aus der schweiz

    1. Hallo Babs,
      puh, das klingt ja wirklich anstrengend ;) Leider kann man so völlig aus der Ferne nicht genau sagen, wieso dein Hund bellt und somit auch keine genauen Trainingstipps geben. Am besten rufst du mich mal an oder du suchst dir vor Ort professionelle Hilfe, die nach den Ursachen des Verhaltens sucht und nicht nur die Symptome behandelt :)

  6. Hallo,
    unser großer Rüde zeigt seine (oder meine?) Unsicherheit an der Leine, wenn er andere Hunde begegnet. Schon von weitem werden sie angestiert und er leckt sich dabei die Schnauze. Ich kann machen was ich will, ich bekomme seine Aufmerksamkeit nicht.. er MUSS stieren.. Leckerlie vor die Nase halten funktioniert manchmal. Einfach umdrehen, dann guckt er all zurück und man muss ihn immer wieder ziehen , das ist echt nervig und dadurch das er die Hunde so anstiert, bekomme ich dann „angst“ das er sich wieder aufführt (55 kilo klingen gefährlich) ..
    jetzt wollen wir sein Futter nur noch draußen geben, als Belohnung, oder ist das verkehrt? Was sollen wir sonst machen, um wichtiger zu sein?
    An der Leine läuft er sonst gut, kein geziehe, kein Kreuz und quer, das haben wir schon eine Weile so drin.
    Ich hoffe auf Antwort, wir bekommen Nachwuchs und ich würde mich gerne wieder mehr trauen an anderen Hunden vorbei zu laufen.
    Liebe Grüße aus Kitzingen

    1. Hey Tanja,
      die Option, Futter nur noch draußen zu geben, halte ich für keine gute Idee. Man macht dadurch zwar nichts kaputt, aber es wird euch auch nicht weiterhelfen. Viel mehr ist es schade, dass viele Menschen (Trainer inbegriffen) den Hund versuchen, auf ein Leckerchen zu reduzieren. Es steckt eine gewisse Motivation hinter dem Verhalten, die gilt es zu verstehen. Wenn der Hund tatsächlich Unsicherheiten zeigt, dann gilt es, a) die Beziehung zwischen Hund und Mensch zu verbessern, sodass der Hund sich sicherer beim Menschen fühlt und b) sollte der Hund regelmäßig kontrollierten Sozialkontakt zu anderen (fremden) Hunden bekommen. Nur so wird sich seine Unsicherheit legen.
      Wenn du dazu Fragen hast, melde dich gerne bei mir. Du kannst mich auch gern anrufen unter der 017643368581.
      lg,
      Alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.