Wie wird mein Hund stubenrein?

Wie wird mein Hund stubenrein?

Die meisten Hunde kommen mit 8 oder 9 Wochen in ihre neue Familie, aber es gibt auch Hunde, die später zum ersten mal in eine Familie kommen und bis hierhin noch nicht stubenrein sind.

Wie können wir das Verhalten des Hundes hier lenken? Wie erreichen wir, dass der Hund sich nur noch draußen löst? Wir wollen ein paar Tipps geben:

Im Welpenalter verfügt der Hund nicht über ausreichend Blasenkontrolle, die nötig für die Stubenreinheit ist. Viele Hunde lösen sich also dann, wenn es Not tut. Das ist dann meistens in der Wohnung, weil der Hund sich hier am längsten aufhält (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Hundeschule Gelsenkirchen

Auch wenn es ärgerlich ist, wenn der Hund sich mehrfach in der Wohnung löst und häufig draußen das Geschäft auslässt, sollten wir ein wenig umsichtig mit den kleinen Vierbeinern sein. Draußen ist häufig alles andere viel spannender und der Hund „vergisst“ einfach, sich zu lösen. In manchen Fällen ist der Hund auch so angespannt, dass er nicht die nötige Ruhe findet, draußen sein Geschäft zu verrichten. Hier verärgert oder wütend zu reagieren, hilft uns jedoch nicht weiter.

Erste hilfreiche Schritte:

Hunde finden schnell Schlafplätze, die sie bevorzugen. Hat mein Hund einen solchen gefunden, wird er ungern sein Geschäft dort verrichten. Wacht er also nach einer längeren Ruhezeit auf, und verlässt seinen Platz, sollten bei mir alle Alarmglocken angehen. Schnelligkeit ist hier gefragt, denn viele Hunde lassen bereits Sekunden nach Verlassen des Schlafplatzes Wasser. Die meisten Hunde lassen jedoch kein Wasser, wenn sie auf den Arm genommen werden. Je nach Wohnsituation kann dies also hilfreich sein, sollte ich zuerst diverse Etagen im Treppenhaus hinunter laufen müssen, bevor ich eine geeignete Stelle zum Geschäfte verrichten für den Hund finde.

Nachts kann es helfen, den Hund in einer Box oder einem Pappkarton schlafen zu lassen. Dort machen die Hunde sich dann häufig bemerkbar, winseln, kratzen am Karton oder der Box, wenn sie „müssen“, welches ich unbedingt sofort beachten, belohnen und als Ritual etablieren sollte. Je eher der Hund lernt, sich bemerkbar zu machen, desto leichter fällt es später, die wirkliche Stubenreinheit zu sichern.

Hier ein Amazon Link* zu einer Box, die sich gut verstauen lässt, tragbar ist und überall hinpasst:

Das Lernverhalten:

In manchen Erziehungshilfen bzw. in Foren oder auf Facebook ließt man auch heute noch, dass der einfachste Schritt, den Hund stubenrein zu bekommen, der folgende wäre: Ich drücke meinen Hund in die Urinpfütze oder den Kothaufen, den er in die Wohnung gemacht hat. Dieses in höchstem Maße unwürdige Prozedere ist natürlich für den Hund unangenehm, und wir sollten immer darauf verzichten. Zuerst müssen wir uns ein wenig das Lernverhalten des Hundes anschauen. Hunde lernen vieles durch ausprobieren und aus Schlussfolgerungen des gerade passierten. Vereinfacht kann man sagen: Der Hund verhält sich und schaut, was die Konsequenzen dieses Handelns sind. Diese kann er jedoch nur einer sehr kurzen Zeit dem vorgeschalteten Handeln zuordnen, was uns zu einem sehr, sehr wichtigen Faktor beim Thema Hundeerziehung bringt: Das Timing. Man sagt, max. 2 Sekunden kann ein Hund zwei Dinge miteinander verknüpfen. Sprich: Pinkelt der Hund in die Wohnung, ich warte drei, vier Sekunden, und bemerke es dann, fange an zu meckern, kann es sein, dass der Hund dies nicht einordnen kann. Er hat nicht die kognitiven Fähigkeiten, die nun folgende Strafe mit einer bestimmten Handlung zu verknüpfen. Deshalb macht es nur Sinn, den Hund zu korrigieren, wenn wir ihn in flagranti erwischen. Dafür müssen wir natürlich viel beobachten und auch mal dem Hund in der Wohnung hinterherlaufen, sollte er plötzlich den Raum verlassen. Durch Beobachtung lassen sich häufig schnell bestimme Verhaltensmuster wie eine bestimmte Gangart o.Ä. beim Hund erkennen, die auf ein mögliches Lösen hinweisen.

Wenn ich davon spreche, dass wir unseren Hund korrigieren, wenn wir ihn in flagranti erwischen, dann reicht es, den Hund hochzunehmen und dabei bestimmt „nein“ zu sagen. Dann müssen wir natürlich mit dem Hund raus gehen, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich „korrekt“ zu lösen.

Wie immer in der Hundeerziehung ist es dennoch wichtig, zu wissen, was wir mit Korrekturen erreichen. Eine Korrektur ist erst einmal ein Signal an den Hund: „das ist unerwünscht“. Was „das“ bedeutet, muss nicht eindeutig sein. Rein theoretisch kann es auch passieren, dass der Hund gerade kurz vor dem Wasser lassen in ein anderes Zimmer gegangen ist, und er denkt, er wird für das Betreten des Zimmers korrigiert. Korrekturen sind immer nur ein Hinweis, was nicht erwünscht ist. Damit ein sinnvolles Lernen möglich ist, müssen wir dem Hund also auch noch zeigen, was denn überhaupt erwünscht ist. Der Hund soll keinesfalls Angst vor dem Wasserlassen bekommen, weshalb auch eine derart leichte Form der Korrektur gewählt werden sollte.

Löst sich der Hund draußen, sollte er gelobt werden. So kann er schneller lernen, welches gewünschte Verhalten eine Alternative für das unerwünschte Wasserlassen in der Wohnung darstellt.

Habe ich einen derart unentspannten Hund, der sich partout nicht draußen löst, dann kann es helfen, das gleiche Prozedere wie oben beschrieben, mit einem alten Handtuch als gewünschten Ort zum Lösen, zu machen. Dies kann ich nach und nach „nach draußen“ verlegen bzw. wenn der Hund das Handtuch sucht, mit dem Hund nach draußen gehen. Im Zweifel muss man sich den Hund anschauen und eine individualisierte Lösung finden.

Unser Louie:

Mein Louie ist jetzt 13 Wochen alt und hat schon unzählige Haufen und Pfützen in meine Wohnung gemacht. In den letzten 5-6 Tagen kann man jedoch eine eindeutige Verbesserung feststellen. Louie kann sein Urin jetzt besser halten und wir haben ein erstes Ritual etabliert. Eines Abends kam er und setzte sich vor meine Frau, die ihn nicht beachtete. Dann kam er zu mir, stupste mich an und setzte sich. Das hat er noch nie vorher gemacht und so dachte ich, ob er vielleicht raus muss.

Und tatsächlich war Louie begeistert, als ich den Schlüssel nahm und wir rausgingen. Er löste sich keine zwei Meter nachdem er die Türschwelle überquert hatte. Prima. Habe ich dies erreicht, ist ein großer Schritt getan. Nun gilt es für mich, dem Hund weiter zu vermitteln, dass Grünflächen gewünschte Orte sind und nicht der Asphalt. Aber das bekommt man dann leichter hin, als das eigentliche „du sollst bitte nur draußen deine Geschäfte verrichten“.

Sie haben Fragen zum Thema Stubenreinheit oder Anregungen? Kein Problem: Bitte nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag

 

#Hundeschule Gelsenkirchen #Hundeschule Recklinghausen

*Hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link

Schreibe einen Kommentar