Apportieren bei Angst? Sehen Sie das Video

Apportieren als Bewältigungsstrategie für Angst?

Es ist kein Geheimnis, dass Balou, mein Schäferhund Boxer Mischling, 4 Jahre alt, ein echter Angsthase ist. Mit nur vier Wochen ins Tierheim Bottrop gekommen, wurde er dort ein halbes Jahr lang, sozial verarmt und ohne Umweltreize oder neue Situationen, aufgezogen.

Als ich ihn mit ca. 6 Monaten aus dem Tierheim geholt habe, war er natürlich etwas verängstigt, aber an sich noch ein aufgeschlossener Kerl. In der Pubertät änderte sich dies. Ich war mit einem so schwierigen Hund maßlos überfordert und Balou wurde schnell zu einem echten Problemhund. Angstbeißen, ungerichtetes Bellen und eine sehr niedrige Reizschwelle machten ihn seit dem aus.

Seine frühe Kastration war zudem ein echter Rückschritt im Kampf gegen seine Unsicherheit.

Heute sieht das ganze schon etwas anders aus. Balou kann in 90% der Situationen souverän durchs Leben gehen. Nur Besonderheiten, wie z.B. hinkende Menschen, Menschen mit Kapuzen auf, oder sich anderweitig „nicht normal“ bewegende Menschen, bereiten ihm weiterhin Unbehagen.

Ein schmaler Korridor, der auf meiner täglichen Spaziergangsroute liegt, hat es ihm besonders angetan. Dort ist er sehr schnell erregt. Dort sind mehrere Hauseingänge, wo des Öfteren Menschen herauskommen, wenn wir gerade unmittelbar davor sind. Diese Situationen kann Balou nicht so gut verkraften und dann fährt er in seiner Erregungslage schnell hoch. Doch wie kann man so einem Verhalten entgegenwirken, um nicht nur meine Nerven, sondern besonders die des Hundes zu schonen.

Eine erste Überlegung wäre natürlich, diesen Korridor zu meiden. Ich könnte genauso gut auch außen herum gehen, und 100 Meter mehr laufen. Doch dies mache ich aus verschiedenen Gründen nicht: Zuallererst bin ich natürlich zu faul. Doch auch aus Trainingsperspektive macht das Meiden solcher Situationen dauerhaft keinen Sinn. Mich hat mein Ehrgeiz gepackt und ich wollte mit Balou dort einen echten Fortschritt erleben.

Ich übe seit längerem, dass Balou dinge apportieren kann. Das Stöckchen, einen Knochen oder ein Spielzeug bringt er verlässlich, doch wollte ich auch erreichen, dass er Dinge im Maul behält, dass er sich auf seine Aufgabe konzentriert, auch wenn es nicht sofort eine Belohnung dafür gibt, oder wenn wir vor der Belohnung noch einige hundert Meter laufen.

Im Wald fiel mir bereits auf, dass Balou sicherer ist, wenn er einen Gegenstand trägt. Hundebegegnungen, die früher schwieriger waren, meisterte er bravorös. Ich machte den Versuch, ihm auch in dem Korridor einige Dinge apportieren zu lassen, das Ergebnis lässt sich wahrlich sehen.

 

 

 

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1 Kommentar

  1. Silvia sagt: Antworten

    Hallo Alex, das kann ich nur bestätigen.
    Mein Hund Maya ist extrem Schussunsicher. Deswegen habe ich draußen und auf dem Spaziergang immer einen Ball/Spielzeug dabei, um ihr bei einem Knall/Schuss die erste Angst ein wenig zu nehmen, in dem ich ihr den Ball tragen lasse.
    Ich nenne es gerne den „Nuckel“ oder Schnuller zur Beruhigung.
    Hunde nehmen in einer für sie aufregenden Situation, gerne etwas ins Maul um sich selbst zu beruhigen.

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