Wie die Preise eines Hundetrainers entstehen

Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, dem es so geht, und auch die Branche der Hundetrainer ist vermutlich nicht die einzige, der es so geht. Immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert: Wieso sind die Stunden denn so teuer?

Im Studium habe ich gelernt:

Gerade die Preise in den Dienstleistungsbranchen sind häufig reine Schätzungen, Willkür, geraten.

Ich möchte dennoch mal offenlegen, was es für mich bedeutet, 60€ für die Analyse zu berechnen. Oder 45€ für eine Einzelstunde.

Die meisten Fallanalysen finden zu Hause beim Kunden statt. Deshalb entstehen auch bei fast allen Terminen Anfahrtskosten. Diese sind bei bis zu 10 km im Preis inklusive, danach berechne ich 5€. Abgerechnet werden die Kosten jedoch mit 30 Cent je km, was bedeutet, dass bei 10 km (eine Strecke) schon 6 € Fahrtkosten von den 60 (45) Euro abgezogen werden müssen. Im Durchschnitt fahre ich ca. 30 km zum Kunden, was bedeutet, ich berechne für die erste Analyse 65 € (Einzelstunde 50 €). 60 km Strecke bedeuten 18 € Fahrtkosten, es bleiben als noch 47 € (32 €) übrig, mit denen ich weitermachen kann.

Zubehör muss auch gekauft werden
Zubehör muss auch gekauft werden

Natürlich soll das Thema Sicherheit auch eine große Rolle spielen, und so sind natürlich alle Schützlinge, Helferlein und auch mein Hund bei der Arbeit versichert. Die Versicherungskosten muss ich also ebenfalls von den Kosten abziehen.

Hinzu kommen Kosten von Fortbildungen, Fachbüchern, Materialien wie Leinen, Leckerchen und Maulkorb, Foto- und Videoausrüstung (ja, auch diese ist Versichert), Arbeitskleidung und ein nicht unerheblicher Zeitfaktor an ersten Minuten am Telefon und/oder „Fernberatung“ bei kleineren Problemen, die natürlich kostenfrei sind. Normalerweise telefoniere ich mit einem Kunden so um die 10-30 Minuten, bevor ein Treffen zustande kommt.

Alles in allem bleiben für eine Erstanalyse also ca. 30 € übrig, brutto wohlgemerkt. Von diesen 30 € muss ich dann nämlich noch Krankenversicherung, Rentenversicherung und natürlich auch Lohnsteuer zahlen.

Nehmen wir die 90 – 120 Minuten für die Erstanalyse zusammen mit den ca. 30 km Anfahrt (ich schätze hier mal eine Zeit von ca. 15 – 30 Minuten für eine Strecke), dann komme ich auf 120 – 180 Minuten, also 2 – 3 Stunden effektive Arbeit (zzgl. Rechnungs- und Buchhaltungsarbeit zu Hause), welche mit 30 € Brutto belohnt wird.

Wieso arbeite ich denn dann als Hundetrainer, und mache nicht irgendeinen anderen Job?

Ganz einfach: Weil es Spaß macht. Und das ist der entscheidende Faktor. Neben dem Geld werde ich mit Freudentränen, Erleichterung, Freude und viel Spaß bezahlt. Und ehrlich gesagt: Kein Geld der Welt ist so wertvoll, wie die Freude, einem kriselnden Team zurück in die Spur geholfen zu haben. Danke, dass ihr mich unterstützt, und mir euer Vertrauen schenkt.

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