Warum ich meinen Hund nicht auf den Rücken werfen sollte

Warum ich meinen Hund nicht auf den Rücken werfen sollte, und Abstand von derart praktizierenden Hundetrainern und Hundeschulen nehmen sollte

Spätestens seit Cesar Millan Einzug in die heimischen TV Geräte erhielt, praktizierten viele Laien, aber auch vermeintliche Profis den sogenannten Alpha-Wurf, bei dem der Hund von mir gewaltsam auf den Rücken, in eine unterwürfige Position gebracht wird. Ungeachtet dessen, dass es so etwas in der innerartlichen Kommunikation der Hunde nicht gibt, besteht akute Gefahr für Hund und Halter.

Echte Führung funktioniert gewaltfrei
Echte Führung funktioniert gewaltfrei

Die Argumentation der Alpha-Werfer

Immer wieder höre ich, dieser und jener Hund sei dominant, der müsse lernen, sich unterzuordnen. Es würde diversen Hunden gut tun, gewaltsam unterdrückt und in eine niedrige, submissive Haltung geworfen zu werden. Der Hund müsse lernen, dass der Mensch der Chef ist, und der Hund dies zu akzeptieren hat.

Nun, in der Tat ist die Haltung des Hundes, wenn er mit allen Vieren von sich gestreckt auf dem Rücken liegt, eine unterwürfige Haltung. Wichtig dabei ist jedoch, dass es sich um eine vom unterwürfigen Hund ausgeführte Bewegung handelt, die der statushöhere Hund zwar einleitet, die jedoch auch ohne jegliche Berührung durchgeführt werden kann. Die unterwürfige Haltung ist also nur echt, wenn der Hund sich aktiv hinlegt, nicht wenn er gewaltsam in diese Position gebracht wird.

Praktiziere ich ein autoritäres, möglicherweise gewalttätiges Auftreten als Hundetrainer, dann mag das für den Kunden erstmal sehr beeindruckend sein. Der Hund, der gerade noch alle anderen Hunde und ggf. Menschen fressen wollte, der läuft nun mit vermeintlich submissiver Haltung hinter dem Hundetrainer her. Der Hundetrainer hat einen schnellen Erfolg, der Kunde ist beeindruckt.

Viele meiner Kunden waren in solch einer Situation, kamen jedoch zu Hause durch diese Praktik nicht zum Erfolg. Die Antwort auf die Frage nach dem Warum lässt sich leicht finden.

Viele Verhaltensprobleme resultieren aus Unsicherheit des Hundes und mangelnder Führung seitens des Hundehalters. Die vermeintlich „moderne“ Hundeerziehung, in der nur Leckerchen verteilt werden, und wo es verpönt ist, dem Hund Grenzen zu setzen, trägt ihren Teil zum Problem dazu. Das Resultat ist eine verkehrte Mensch-Hund Beziehung, in der der Hund nicht gelernt hat, sich an mir zu orientieren, sondern nur auf diverse Dinge mit Futter konditioniert wurde. Ungeachtet dessen, dass nicht für jeden Hund das Leckerchen die richtige Belohnung ist, kann ich meinem Hund so nicht echte Führung und Sicherheit vermitteln.

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Versuche ich dann mein Problem mit dem Alpha-Wurf zu lösen, kann es zu bösen Konflikten zwischen mir und meinem Hund kommen. Wieso sollte sich ein Hund gefallen lassen, in eine derart unnatürliche Situation befördert zu werden, wenn die Mensch-Hund Beziehung bisher genau andersherum ausgesehen hat? Je nach Hund kann es dann bei dieser Praktik zum Angriff des Hundes kommen, natürlich auch Bedingt durch gewisse Unsicherheiten beim Halter, die eventuell entstehen, denn nicht jeder kann so selbstbewusst und resolut auftreten, wie Cesar Millan.

Wie ich die Mensch-Hund Beziehung gerade biege

Ein Hund wird sich selten davon überzeugen lassen, dass ein Hundehalter, der bisher keine Führungskompetenzen vermittelt hat, durch den Alpha-Wurf plötzlich zum Gruppenführer wird, an dem sich der Hund nun orientieren und Sicherheit finden kann. Viel mehr muss ich durch Konsequenz, das Aufstellen und vor allem das Einhalten von Regeln, meine Führungskompetenzen beweisen. Dies sollte gewaltfrei verlaufen, um einen Hund zu bekommen, der freiwillig die Führung abgibt und meine neu gewonnenen Kompetenzen zu schätzen weiß. Natürlich kann bei stark ausgeprägter Leinenaggression gegenüber Artgenossen oder Menschen auch ein Abbruchsignal nötig sein. Denn Lernschleifen im Gehirn können dafür verantwortlich sein, dass Hunde auch nach der Berichtigung im Mensch-Hund Zusammenleben noch ungewolltes Verhalten zeigen. Weiterhin ist eine individuelle Anpassung des Trainings an Halter und Hund relevant für den Trainingserfolg.

Haben Sie einen Hund, der ungewünschtes Verhalten zeigt, und sie kommen im Training nicht weiter? Lassen Sie sich helfen und kontaktieren Sie mich.

Mail: Info@Hundeschule-Care.de

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