Jagdverhalten von Hunden

Viele Hundehalter kennen dass Problem, dass ihr Hund gerne jagen geht. Es gibt verschiedene Arten von Jagen, so zum Beispiel die Jagd auf Sicht oder die Fährtenarbeit, den Vorsteher und den Apportierhund. Wir geben einen kurzen Überblick.

Die verschiedenen Jagdtypen

Jagdverhalten ist nicht immer gleich, und wenn mich Kunden anrufen und über ihre jagenden Hunde klagen, so muss man immer zwischen verschiedenen Verhaltensweisen differenzieren. Viele Hunde sind durch ständiges Ballspielen oder Stöckchenwerfen darauf getrimmt, sich schnell von ihnen fortbewegende Dinge zu hetzen. Diese „Beschäftigungsform“ für den Hund ist äußerst ungeeignet und versetzt die Hunde in einen Art Rausch, der vor allem durch das selbstbelohnende Hormon Dopamin hervorgerufen wird und den Hund immer weiter machen lässt, über die Grenzen der körperlichen Erschöpfung hinweg.

Diese rein körperliche Auslastung für unseren Hund ist in zweierlei Hinsicht nicht optimal. Erstens gewinnt der Hund natürlich mit zunehmendem Training auch Muskelmasse und Kondition, sodass nach und nach die Dauer des Ballwerfen erhöht werden muss, zweitens lernt der Hund aber auch, dass Hetzen Spaß macht, was zu ungewolltem Hetzen von Kaninchen, Reh oder Vögeln führen kann.

Diese Hundegruppe bezeichne ich gerne als die Junkies, weil sie in der Tat eine Art Rausch fühlen, wenn sie hetzen, und sich im Grunde gar nicht dagegen wehren können, dass sie weglaufenden Dingen hinterherrennen. Der Mensch trägt häufig seinen Teil zum ungewollten Jagdverhalten der Junkies bei. Wie beim Menschen sollte auch der Hund, wenn er ein Bällchenjunkie ist, keinen Kontakt mehr mit der Droge haben. Es gibt genügend geeignetere Möglichkeiten, einen Hund auszulasten, ohne dass er irgendwas hetzen muss.

CARE - Die Hundeschule in Bielefeld: Ballwerfen1

Eine weitere Gruppe der Jäger sind die Vorsteher. Pointer, Bracken und der Münsterländer sind nur drei von einigen Rassen, die der Gruppe der  Vorstehhunde zugeteilt sind.

Vorsteher zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Tendenz dazu haben, Wild aufzuspüren um dann die Kette des Jagen durch die Vorstehhaltung abzubrechen. Mit waagerechter Rute, manchmal angehobenen Vorderbein und ausgestrecktem Kopf zeigen sie an, wo das Wild ist. Für das Hetzen der Beute waren sie nie gedacht, sodass man bei hoher Jagdbereitschaft der Vorsteher, durch das gezielte Verstärken der Vorstehhaltung, die Jagdambitionen ganz gut in den Griff bekommen kann. Natürlich sollten auch Vorsteher nicht lernen, dass es Spaß macht, hinter Beute hinterherzulaufen.

Meutejäger wie der Beagle oder der English Foxhound jagen traditionell in einer größeren Gruppe. Jeder, der mal eine dieser Hundegruppen gesehen hat, weiß, dass auch dieses Jagen äußerst ansteckend und lustbetont ist. Über weite Strecken sollen die Hunde die Beute verfolgen, weshalb der Körper auch hier mit dem Hormon Dopamin für eine anhaltende Motivation, Schmerzfreiheit und Hartnäckigkeit reagiert.Hundeschule Care Bielefeld

Weiterhin zeigen Studien, dass die Meutejäger bei unlösbaren Problemen deutlich seltener und/oder später die Kooperation mit dem Menschen suchen, als z.B. Hunde, welche für die Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden (Apportierhunde, Hütehunde z.B.), was bei genauerer Überlegung, wie die Hunde bei der Jagd arbeiten, nicht besonders verwundert.

Auch das Apportieren und das Hüten bilden Sequenzen aus dem Jagdverhalten. Ähnlich wie auch bei anderen lang anhaltenden Tätigkeiten, bildet auch beim stundenlangen Fixieren der Hütehunde das Dopamin die Grundlage für die Bereitschaft, das Verhalten scheinbar unermüdlich zu zeigen.

Eignen sich Jagdhunde als Familienhunde?

Egal wofür genau die Jagdhunde gezüchtet wurden, es muss kritisch überprüft werden, ob diese Hunde sich als normale Familienhunde eignen und so ein halbwegs artgerechtes Leben leben zu können. Eine artgerechte Auslastung gehört zwingend zur Hundehaltung, das betrifft jedoch nicht nur zur Jagd gezüchtete Hunde.

Fragen werden beantwortet

Viele Hundeschulen bieten Beschäftigungskurse an. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie ihrem Hund eine Aufgabe geben können, ohne dass der Alltag darunter leidet, weil der Hund plötzlich unerwünschtes Jagdverhalten zeigt (wie beim Bällchenschmeißen). Auch das Hundezentrum Care bietet einen Beschäftigungskurs an (Montags Abends). Informieren Sie sich über die vielen Möglichkeiten der artgerechten Auslastung für Ihren Hund.

 

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