Ohne Ausbildung – Wie werde ich Hundetrainer

Mein Weg zum Hundetrainer

Wenn ich erzähle, was ich beruflich mache, werde ich häufig gefragt, wie ich denn Hundetrainer wurde. Ob es da eine Ausbildung gäbe? Wie ich auf diese Idee kam?

Zuerst: Ja, es gibt Ausbildungen, die ich hätte wählen können. Viele Verbände, Hundetrainer oder Akademien bieten entsprechende Kurse an. Von einwöchigen Kursen bis zu einer mehrjährigen Ausbildung ist eigentlich alles mit dabei, was man sich vorstellen kann. Die Preise liegen zwischen ein paar Hundert und ein paar Tausend Euro.

Angefangen hat alles mit Dogwalking
Angefangen hat alles mit Dogwalking

Nun ist es ja so, dass man als Hundetrainer vor dem Veterinäramt seine Sachkunde beweisen muss, um tatsächlich auch als Trainer arbeiten zu dürfen. Es gibt nur einige wenige dieser Ausbildungen, die auch tatsächlich die Kriterien des Veterinäramtes erfüllen. Von einem Veterinäramtsmitarbeiter habe ich erfahren, dass aber einige Anträge gestellt wurden um die jeweilige Ausbildung doch anerkennen zu lassen. Hier wird also in naher Zukunft eine Entwicklung zu sehen sein.

Natürlich ist so eine Ausbildung aber nicht der einzige Weg, wie man Hundetrainer werden kann. Auch ich habe eine derartige Ausbildung nicht gemacht, sondern mir mein Fachwissen im Selbststudium angeeignet. Ich habe keine Ausbildung in meiner Nähe gefunden, die mir zu 100% zusagte und für die ich auch bereit gewesen wäre, viel Geld zu investieren. So habe ich also viel Geld gespart und mir die ersten Fachbücher gekauft.

Fachbücher vs. Fachvorträge

Da ich noch recht unerfahren war und auf den Internetseiten anderer Trainer diverse Fortbildungen von namhaften Fachleuten zu sehen waren, dachte ich, sowas brauche ich auch. Also buchte ich schnell die ersten Vorträge, fast alle über die Animal Info in Düsseldorf organisiert. Gleichzeitig ackerte ich die ersten Bücher durch, Feddersen – Petersen, Gansloßer, Strodtbeck, Kitchenham. Schnell bemerkte ich jedoch, dass mir die jeweiligen Bücher viel mehr Wert sind als die Vorträge. Also investierte ich lieber in weitere Fachliteratur.

Das Ausdrucksverhalten des Hundes lesen zu können, ist Grundvorraussetzung für jeden Hundetrainer
Das Ausdrucksverhalten des Hundes lesen zu können, ist Grundvorraussetzung für jeden Hundetrainer

Gleichzeitig begann ich mit Dogwalking, da ich gerne viele Hunde kennen lernen wollte, und machte Praktika in Hundeschulen, um zu lernen. Doch im Hundetraining gibt es viele verschiedene Ansätze und so war es nicht verwunderlich, dass sich meine heutige Arbeitsweise in keiner der Hundeschulen widerspiegelte, die ich zu diesem Zeitpunkt kennengelernt hatte.

Ende 2013 war es dann so weit. Ich meldete mein Gewerbe an und hatte dann Anfang 2014 meinen ersten Kunden. Schnell merkte ich, wie viel Spaß ich an der Arbeit habe, anderen Menschen bei Ihren Konflikten mit ihren Vierbeinern zu helfen.

Die Idee hinter der Sache

Angefangen hat alles mit der Adoption meines ersten Hundes, Balou, heute (06/2015) knapp vier Jahre alt. Er wurde mit bereits drei oder vier Wochen im Tierheim abgegeben und von seiner Mutter getrennt. In Isolation wuchs er zusammen mit einigen Geschwistern auf, bis er fast ein halbes Jahr alt war, als wir ihn adoptierten.

Als uns ein Stachelhalsband empfohlen wurde, entwickelte ich den Wunsch selber Hundetrainer zu werden
Als uns ein Stachelhalsband empfohlen wurde, entwickelte ich den Wunsch selber Hundetrainer zu werden

Schnell waren wir mit dem nicht ganz einfachen, unsicheren und frechen Junghund überfordert. Aus einem Bellen wurde ein Schnappen und aus dem Schnappen wurde ein Beschädigungsbeißen. Tränen, Wut und Hilflosigkeit. Ein Hundetrainer musste her. Und noch einer. Wieso? Weil uns nicht geholfen wurde. Heute verstehe ich grundsätzlich die Ansätze, die von den Kollegen gewählt wurden, nachvollziehen kann ich sie nicht. Uns wurde das Grundproblem nicht erklärt und ein unsererseits planloses Handeln hat die Unsicherheit beim Hund und bei uns nur weiter verstärkt.

Also fasste ich den Entschluss, nicht nur die Symptome des Hundes zu behandeln, sondern vor allem das grundsätzliche Problem dahinter zu verstehen. Mein Entschluss, Hundetrainer zu werden, war gefasst.

Bücher, die ich empfehlen kann, findet ihr hier:

Feddersen-Petersen: Hundepsychologie : Das Standardwerk rund um den Hund. Evolution, Domestikation und viel, viel Wissenswertes. Wissenschaftlich geschrieben und nichts für „mal eben zwischendurch“.

Feddersen – Petersen: Ausdrucksverhalten beim Hund : Noch ein Standardwerk von Fr. Dr. Feddersen – Petersen. Alles rund um die Ausdrucksweise der Hunde. Dieses Buch kann ich nur jedem wärmstens empfehlen.

Gansloßer&Kitchenham: Forschung trifft Hund : Ein Überblick über die wichtigsten aktuellen Forschungsergebnisse und was diese über unser Zusammenleben mit Hunden aussagen. Verständlich geschrieben, kurz und knackig, sehr zu empfehlen.

Bei den aufgeführten Links handelt es sich um Affiliate – Links zu Amazon.

 

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